Schule für Architektur Saar der htw saar zieht zum Sommersemester 2016 für fünf Jahre nach Göttelborn

Die Schule für Architektur Saar (SAS) ist derzeit mit ihren rund 260 Studierenden aufgrund der noch fehlenden Bezugsfähigkeit des htw saar-Hochhauses an mehreren Standorten in Saarbrücken untergebracht. Wegen akuter Überbelegung und erforderlicher Sanierungsmaßnahmen am Campus Rotenbühl ist eine Interimslösung notwendig.

Der heutige Ministerratsbeschluss gibt grünes Licht für die vorübergehende Unterbringung der SAS in Göttelborn. Er sichert die Finanzierung für die Anmietung der Räume und gibt den Startschuss für die Realisierung der Maßnahmen, die den Campus Göttelborn für die Studierenden attraktiv gestalten lassen und die Erreichbarkeit verbessern. Aus Sicht des Dekans der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen, Prof. Heiko Lukas, bietet die besondere Lernatmosphäre am Campus Göttelborn eine hervorragende Grundlage für die hohen Standards der Qualität von Lehre und Forschung.

Die Qualität und der Erfolg der Lehre der Schule für Architektur Saar werden durch die angebotenen studentischen Arbeitsplätze maßgeblich gesteigert.

Die Räumlichkeiten auf dem Campus Göttelborn lassen daher sowohl eine hohe Identifikation der Studierenden mit der eigenen Schule für Architektur Saar, als auch wertvolle Synergie-Effekte aus der Positionierung innerhalb der Hochschullandschaft erwarten.

Die Sicherstellung von Lehre einschließlich praktischer Entwurfsarbeiten und Forschung ist hierbei für den Rektor der htw saar, Prof. Dr. Wolrad Rommel, Entscheidungsgrundlage gewesen. Der Umzug ist in der vorlesungsfreien Zeit im Frühjahr 2016 vorgesehen, damit zum Sommersemester 2016 Lehre und Studium der Architektur in Göttelborn stattfinden können. So wird eine stabile fünfjährige Übergangslösung für die Architektur an der htw saar geschaffen, bis ein Umzug an den Campus Alt-Saarbrücken realisiert werden kann.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist über die gute Interimslösung für die SAS zufrieden. „Die inhaltlichen Anforderungen an die Architektur können an dem Standort Göttelborn mit dem Charme eines sich im Strukturwandel befindlichen ehemaligen Bergbaustandortes kombiniert werden“, so Kramp-Karrenbauer.

Um den Standort Göttelborn als attraktiven Hochschulcampus nutzen zu können, wurden die von Studierenden erarbeiteten Verbesserungswünsche aufgenommen. Sichergestellt werden mussten z. B. Erreichbarkeit und Logistik des neuen Campus, Verpflegung zu Mensapreisen und die Versorgung mit Modellbau- und Zeichenmaterialien sowie großzügige Öffnungszeiten der Arbeitsräume.

Durch die kooperative und offene Art der ÖPNV-Anbieter konnte eine gute Lösung für die Verkehrsanbindung gefunden werden. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird der Campus an Wochentagen mindestens halbstündlich erreichbar sein. Da das Studierverhalten der SAS Wochenenden und Randzeiten mit einschließt, wird zu diesen Zeiten die Verbindung auf den Campus mit Anruf-Sammeltaxi gewährleistet werden. Den SAS-Studierenden wird über soziale Medien, die SAS-Homepage und Informationsmaterial frühzeitig das gesamte ÖPNV-Angebot und alle anderen Rahmenbedingungen kommuniziert. Des Weiteren wird auch die Bildung von Fahrgemeinschaften durch die Hochschule organisatorisch unterstützt.

Am Campus Rotenbühl schafft der Umzug der SAS dringend benötigten Platz für die Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsingenieure. Nach der Sanierung der dortigen Gebäude bietet sich für die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften die Möglichkeit, sich im Rahmen der Landeshochschulentwicklungsplanung weiter zu entwickeln.

„Die Ertüchtigung eines weiteren Gebäudekomplexes am Campus Rotenbühl ist die Voraussetzung für die seit langem benötigte Schaffung von Laboren zum Ausbau der wirtschaftsingenieurwissenschaftlichen Studiengänge an der htw saar. Hier fehlten bisher die notwendigen Laborflächen, die für eine technologie- und zugleich praxisorientierte Ausbildung auf hohem Niveau unabdingbar sind. Darüber hinaus ergibt sich nun endlich auch ein räumliches Entwicklungspotential für die zunehmende Nachfrage nach Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung“, so Prof. Dr. Steffen Hütter, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Neues zum Hochhaus (Geb. 11)

Heute konnte man der Saarbrücker Zeitung entnehmen, dass es einen Durchbruch beim htw saar-Hochhaus gegeben hat. Dem Bericht zufolge könnte das komplette Gebäude ab dem Wintersemester 2015/16 für die htw saar nutzbar sein:

„Sollte ein entsprechender, neuer Bauantrag vorliegen, sehe sie (Baudezernentin Wandel-Hoefer, Anm. d. Red.) keine Probleme, dass die Bauaufsicht grünes Licht gebe.“

„Ein Termin im Herbst wäre auch mein Wunsch“, sagte Wolfgang Memminger (Geschäftsführer der Projektgesellschaft Falko, Anm. d. Red.)

Prof. Dr. Wolrad Rommel, Rektor der htw saar, freut sich über die Bewegung in der Hochhausplanung. “Wir sind gespannt auf das Raumkonzept und erwarten, dass man auf uns als Nutzer zugeht und uns in die weitere Planung miteinbezieht.”

Aktuell liegen der Hochschule jedoch keine offiziellen und belastbaren Informationen vor. Bis auf Weiteres bleibt die htw saar daher an der Entwicklung der alternativen Interims-Lösungen für die Fakultät für Sozialwissenschaften und die Schule für Architektur Saar dran, um die Lehre auf jeden Fall sicher stellen zu können.

Daher die große Bitte an alle, die in den nächsten Tagen einen Fragebogen zu genutzten Verkehrsmitteln und -wegen erhalten, diese Mitwirkungsmöglichkeit aktiv zu nutzen.

Standortlösungen für die Schule für Architektur Saar

Die Schule für Architektur Saar (SAS) ist, wie die Fakultät für Sozialwissenschaften, von einem möglichen Ausweichstandort für fünf Jahre betroffen. In Frage kommt aus Sicht der Hochschulleitung der Campus Göttelborn, da hier eine für die Architekturstudiengänge gute Gebäudestruktur vorliegt. Der Campus hat den Nachteil, dass die ÖPNV-Anbindung nicht optimal ist. Die Stadt Saarbrücken hat inzwischen das ehemalige Siemens-Gebäude ins Gespräch gebracht. Aus Hochschulsicht ist dieses Gebäude aufgrund der Größe und der Energiebilanz ungeeignet.

An der SAS gibt es seit November eine AG Rahmenbedingungen, die aus Studierenden, Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Referentin des Rektors, besteht. Sie tagt regelmäßig, teilweise auch sas-intern und erarbeitet die Rahmenbedingungen, die für ein Architekturstudium in Göttelborn vorhanden sein müssen.

Folgende Rahmenbedingungen wurden durch die AG als besonders wichtig herausgearbeitet:

  • Öffnungszeiten 24/7 zumindest für Bereiche, in denen Studierenden-Projektarbeit stattfindet
  • Beleuchtung der Campusflächen außen
  • Arbeitsplätze für sehr viele Studierende (da man den ganzen Tag dort arbeiten können muss)
  • Spinde und Verwahrmöglichkeiten
  • Planschubladen (abschließbar)
  • eigenes Café/Kommunikationsraum
  • Materiallager und -verkauf
  • gesicherte erschwingliche Essensversorgung

Die Hochschule prüft, ob und wie diese Rahmenbedingungen realisiert werden können.

Positiv stimmt die Anfrage der saarVV-SNS Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH nach dem Bedarf der Hochschule zur besseren Anbindung der Standorte Göttelborn und St. Ingbert (möglicher Standort für die Fakultät für Sozialwissenschaften). Hier wurde zunächst kommuniziert, dass noch keine Entscheidungen gefallen sind, man aber auf die ÖPNV-Anbieter zukommt, sobald das der Fall ist (Strecken, Zeiten, Stopps).